Geistliches Wort des Pastors

Liebe Pfarrangehörige, Gäste und Freunde!

ein Märchen aus den Philippinen erzählt:
Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen seines Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: „Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, das ist eure Sache.“ Die Weisen sagten: „Das ist eine gute Aufgabe.“ Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. Er dachte sich: „Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen.“ Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle. Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: „Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach’ mich zu deinem Nachfolger.“ Der Vater antwortete: „Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“ Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein. Der Vater sagte: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen.“

Es gibt viel Unnützes in dieser Welt: Unnützes Zeug, das niemand wirklich braucht – unnützes Geschwätz, das jeder am besten für sich behalten würde – unnütze Gedanken, die die Gehirne vernebeln.

Was die Welt wirklich braucht sind gute Gedanken, Mut machende Worte, Menschen, die aufeinander Rücksicht nehmen, Menschen, die füreinander da sind. Was die Welt wirklich braucht, das ist ein kleines Licht, das unser Leben heller macht. In Jesus ist dieses Licht Gottes in unsere Welt gekommen. Er ist das Licht der Hoffnung, dort wo Menschen alle Hoffnung verloren haben, er ist das Licht des Friedens in einer Welt, wo Unfrieden herrscht, er ist das Licht der Liebe, wo Menschen sich nach Geborgenheit und Angenommensein sehnen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie das Kind Gottes finden und dass Sie es in Ihrem Herzen aufnehmen. Es wird Ihnen all das schenken, was Sie wirklich im Leben brauchen – kein unnützes Zeug, sondern Liebe, Wärme, Hoffnung, Mut und Trost – eben was wir wirklich suchen und brauchen. Denn dieses Kind ist die menschgewordene Liebe Gottes.

Wir wünschen Ihnen/Euch auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine gesegnete Weihnacht und ein gutes und gesundes Neues Jahr 2022

 Pastor Peter Frey, Pastor Josef Schwarz und Gemeindereferentin Daniele Weber

 Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll:

Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren, er ist Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.    

Lukas 2,10-12

Hilbringen, im Dezember 2021

 

Liebe Pfarrangehörige, Gäste und Freunde!

Von George Bernard Shaw ist der Satz: „Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg“. Advent und Weihnachten haben eine lange und schöne Tradition bei uns. Sich daran festhalten ist sicher eine gute Sache, denn Advent und Weihnachten geben Halt. Und das ist in dieser Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche, der Bedrohung durch Klimawandel und Corona Pandemie sicher sehr wichtig. Da gibt eine Tradition Halt und Sicherheit. Wichtiger aber ist, dass die Traditionen der Advents- und Weihnachtszeit uns einen Weg zeigen – ja mehr noch ausleuchten will.
Advent, das war immer eine Zeit des Innehaltens, des einmal still Werdens, eine Zeit, da die Familie neu in den Blick rückte und wahrgenommen wurde, wie viele Menschen Zuwendung und Hilfe brauchen. Advent, das war, nein das ist Besinnung. Da kommen mir Gedanken und Menschen in den Sinn, die ich lange ausgeblendet habe. Und vielleicht kommt mir jene alte Geschichte in den Sinn, wo ein junges Paar sich auf den Weg macht in eine Stadt, die da Bethlehem heißt. Mit ihm ist Gott unterwegs als noch ungeborenes Kind. Er begegnet vielen Menschen auf dem Weg – vielleicht auch dir und mir, vielleicht dem an Covid Erkankten auf der Intensivstation, dem Flüchtling im Wald an der polnischen Grenze, dem Verzweifelten, der sich gerade daran macht, freiwillig aus dieser Welt zu scheiden, aber auch dem Beschäftigten, der seine Einkäufe erledigt. Und Du und ich, wir erleben vielleicht wie Dornen Rosen tragen, wo immer diese schwangere Frau vorbei geht und wir ahnen: Gott ist unterwegs in dieser Welt. Ja, manchmal möchte ich mich an dieser Tradition des Advents, da wir unsere kleine und große Welt schmücken und auf Weihnachten vorbereiten festhalten, aber mehr noch soll diese besondere Zeit mir den Weg leuchten zum Stall in Bethehem, wo ich das Gotteskind finde.

Gemeinsam mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich einen gesegneten Abvent
Ihr Pastor Peter Frey

 

 

Liebe Pfarrangehörige und Gäste,
einst gab Gott ein großes Bankett und lud dazu alle Tugenden ein. Alle kamen und sie führten anregende Gespräche. Da bemerkte Gott zwei Tugenden, die sich scheinbar nicht kannten. Er nahm beide an der Hand und sagte: „Darf ich vorstellen – hier ist die Tugend der Wohltat und das ist die Tugend der Dankbarkeit. Und beide staunten, denn sie waren sich noch nicht so richtig bekannt.
Wohltat und Dankbarkeit begegnen sich leider nur sehr selten. Dabei gehören sie doch eng zusammen. Jemand tut etwas Gutes und ich freue mich über das Gute. Aber erst, wenn ich mich bedanke wächst zwischen mir und dem, der mir Gutes getan hat, eine Beziehung. Wenn Wohltat und Dankbarkeit sich begegnen entsteht Gemeinschaft. Dies gilt auch, wenn ich mich bei Gott bedanke für all das Gute, das er mir schenkt. Erntedank ist so ein Fest der Gemeinschaft von Mensch zu Mensch, von Mensch zu Gott. Nicht nur viele Menschen, sondern auch Gott hat mir im Laufe des Jahres viele Wohltaten geschenkt. Dafür danke ich und möchte, dass dadurch die Gemeinschaft mit ihm und die Freundschaft zu den Menschen, die mir Gutes tun, stärker wird.
Ich lade Sie herzlich ein, diese beiden Tugenden zu pflegen und auch Gott öfters für all das Gute, das er Ihnen tut, zu danken.

Mit seelsorglichem Gruß
Ihr Pastor Peter Frey

 

Liebe Pfarrangehörige!

„Probiers mal mit Gemütlichkeit
mit Ruhe und Gemütlichkeit wirfst du den Alltag und die Sorgen fort“
singt der Bär Balu n dem bekannten Film: Das Dschungelbuch. Wer möchte das nicht schon einmal – abschalten, die Sorgen über Bord werfen, Gemütlichkeit empfinden. Doch der Alltag ist unerbittlich mit seinen Verpflichtungen, mit all seiner Hektik.
Christlich gesehen gehört zum Alltag auch der Sonntag, zur Arbeit die Erholung, zum Stress die Gemütlichkeit. Jesus selbst sagt zu seinen Jüngern: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir alleine sind und ruht ein wenig aus“. Mit wenigen Menschen einmal zusammen zu sein, rät Jesus, auszuspannen an einem Ort, wo es einsam ist, das heißt: Hier stört mich niemand, hier kann meine Seele mich wieder einholen.
Doch noch besser sagt dies der Hl. Bernard von Clairvaux in einem Brief an Papst Eugen III.: Es ist viel klüger, du entziehst dich von Zeit zu Zeit deinen Beschäftigungen, als dass sie dich ziehen und dich nach und nach an einem Punkt führen, an dem du nicht landen willst. Du fragst, an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz hart wird. Frage nicht weiter, was damit gemeint ist; wenn du jetzt nicht erschrickst, ist dein Herz schon so weit, (…). Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne dich selbst. Ich sage nicht: tu das immer, ich sage nicht: tu das oft, aber ich sage: tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.“
In diesem Sinne,
schöne Ferien, gute Erholung und dann wieder gutes Schaffen.
Ihr/Euer Pastor Peter Frey
Hilbringen, 16.07.2021

Ein Patron für Jeden – ein Patron für jede Gemeinde –

Liebe Pfarrangehörige und Gäste!

Bei der Taufe suchen die Eltern für ihr Kind einen oder mehrere Paten/Patinnen aus. Sie sollen für Eltern und Kind Freund sein, Menschen, die hinter den Eltern und ihrem Kind stehen und ihnen den Rücken stärken. Der Patron hält die Hand über sein Patenkind, er ist Beschützer und Förderer und er soll auch ein gutes Vorbild sein.

Ähnlich ist es auch, mit einer Pfarrgemeinde. Auch sie hat einen Patron, als Fürsprecher bei Gott, aber auch als Vorbild für die Menschen einer Gemeinde.In den nächsten Wochen feiern wir unsere Patronatsfeste in den Pfarrkirchen.

Mondorf macht am 24. Juni den Anfang. Johannes der Täufer ist bekannt als derjenige, der auf Jesus hinweist: Seht das Lamm Gottes. Er könnte uns vielleicht sagen wollen: Nimm dich nicht so wichtig. Auch andere sind wichtig und Gott ist wichtig für ein gelingendes Leben.

Am 29. Juni und am 01. August begegnet uns in Hilbringen der Hl. Petrus. Er spielt in der Kirche eine große Rolle, aber so manches Mal geht bei ihm auch vieles schief. Wenn wir auf ihn schauen dann wissen wir: Ja es gibt das Versagen im Leben, aber ich darf immer wieder aufstehen und neu anfangen.

In Büdingen feiern wir am 02. Juli Maria Heimsuchung, oder das Fest der Begegnung Marias mit Elisabeth. „Da hüpfte das Kind in meinem Schoss“ sagt Elisabeth. So groß ist die Freude der beiden schwangeren Frauen, dass davon sogar die Kinder im Mutterleib betroffen sind. Wenn Menschen sich in Liebe und Freundschaft begegnen, dann ist das etwas ganz Wunderbares.

Und gerade jetzt in Corona-Zeiten haben wir das erfahren. Sich nicht mehr begegnen dürfen, kann krank machen. Gerade eine christliche Gemeinde lebt von freundschaftlicher Begegnung.

Einige Wochen später ist am 10. August das Fest des Hl. Laurentius. Er ist ein Vorbild für Treue und Standhaftigkeit im Leben.

Vielleicht können wir zu unseren Pfarrpatronen beten, dass Gott uns die Gabe gibt, dass wir uns nicht so wichtig nehmen, dass wir nach einem Versagen immer wieder neu beginnen, dass wir uns in Freundschaft begegnen und ein standhaftes und tapferes Leben führen.

Ihr Pastor Peter Frey


Christi Himmelfahrt
Weil und solange der Himmel offen ist, hat die Welt Zukunft.

Christi Himmelfahrt – die erste Assoziation bei Vielen lautet: Brückentag – den Freitag mitnehmen und ein langes Wochenende haben.
Brückentag – ein modernes Wort, das auch christlich passt, denn Christi Himmelfahrt ist in zweierlei Hinsicht ein Brückentag – eine Brücke zum Himmel und eine Brücke zu Pfingsten. Eine Brücke zum Himmel – was bedeutet mir das? Ich glaube, weil Jesus uns in den Himmel vorausgegangen ist, steht auch uns der Himmel offen. Den Weg den er gegangen ist dürfen auch wir einmal gehen, nicht aus eigener Kraft, sondern weil Jesus uns zur Brücke geworden ist.
Und Christi Himmelfahrt ist eine Brücke zu Pfingsten hin? Nur wenn Jesus zum Himmel zurückkehrt, kann er den Heiligen Geist zu uns senden. Jedenfalls sagt er das. Zuerst musste er von einem konkreten Ort und einer konkreten Zeit Abschied nehmen, damit wir ihn zu allen Zeiten und an allen Orten erfahren können. Und wenn Jesus an Pfingsten durch den Heiligen Geist wieder zu den Menschen kommt, dann bringt er den Himmel mit. Denn Gott ist nicht da wo der Himmel ist, sondern der Himmel ist da, wo Gott ist.
Mit pfingstlichen Grüßen
Ihr Pastor Peter Frey

 

 

Bild: Martin Manigatterer
In: Pfarrbriefservice.de


Das Fest des Lebens

So oder so ähnlich könnten wir Christen Ostern umschreiben. Wir feiern das Fest des Lebens auch im Jahr 2021, in einer Zeit, in der das Leben vieler Menschen bedroht und beeinträchtigt ist durch die Corona Pandemie. Viele Menschen fragen wieder neu und intensiver, was denn das Leben ausmacht und sicher fragen auch viele Menschen – und das nicht nur wegen Corona- wie das denn ist mit dem Tod und dem Glauben an ein Leben nach dem Tod. Ein schwedisches Märchen, das mich früher immer bei Einkehrtagen mit Jugendlichen begleitete, erzählt davon, wie eines Mittags, als im Wald eine große Stille einkehrte, die Tiere und die Pflanzen sich plötzlich Gedanken machten: Was ist eigentlich das Leben? Eine Rose flüsterte, als sie ihre Blätter öffnete: Das Leben ist sich entfalten. Der Schmetterling war weniger tiefsinnig und sagte als er von Blüte zu Blüte flog: Das Leben ist lauter Freude und Sonnenschein. Eine Ameise schleppte ein schweres Blatt und sagte: Das Leben ist nichts als Arbeit und Mühe. Dagegen meinte eine Biene: Das Leben ist ein Wechsel von Arbeit und Vergnügen. Der Maulwurf steckte seinen Kopf aus der Erde und murmelte: Das Leben ist ein Kampf im Dunkel. Der Adler majestätisch hoch oben in der Luft rief den anderen zu: Das Leben ist ein Streben nach oben. Die Weide neigte sich und meinte: Das Leben ist ein sich Beugen unter eine höhere Macht. Dann kam die Nacht. Eine Eule glitt lautlos durch den Wald und meinte: Das Leben heißt, die Gelegenheit nutzen, wenn andere schlafen. Auch ein Mensch war noch unterwegs und sagte vor sich hin: Das Leben ist ein ständiges Suchen nach Glück und eine Kette von Enttäuschungen. Doch dann sah er, wie die Morgenröte in ihrer vollen Pracht aufflammte und sprach: Wie ich, die Morgenröte der Beginn des kommenden Tages bin, so ist das Leben der Anbruch der Ewigkeit.

Gott ist ein Freund des Lebens, ja er ist das Leben schlechthin. Und das aus einem einzigen Grund, weil er nämlich die Liebe ist. Und die Liebe ist stärker als der Tod. So hat die Liebe Jesu zu Dir

und mir und zu allen Menschen, den Tod besiegt. Ostern ist das Fest, das uns einen Hauch der Ewigkeit erahnen lässt.

Ich wünsche Ihnen gemeinsam mit meinem Mitbruder Josef Schwarz und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein gesegnetes Osterfest, die Hoffnung, dass das Leben mehr ist als wir sehen, dass ganz tief in unserem Herzen die Ahnung da ist: Das Leben ist die Morgenröte der kommenden Ewigkeit.

Gesegnete Ostern
Ihr Pastor Peter Frey

 

 

Liebe Mitchristen,
wenn Sie heute umziehen müssten und nur noch die Hälfte dessen mitnehmen dürften, was Sie jetzt haben, dann würde das zunächst einmal Unsicherheit auslösen. Und dann würden Sie anfangen zu sortieren und das was Ihnen wichtig ist, von dem Unwichtigem trennen. Vielleicht würden Sie dann feststellen, dass da bisher eine Menge war, was man ja gar nicht braucht. Und auf Ihrem bisherigen Weg war es mehr Ballast als Hilfe.
Sehen Sie, auch das ist Fasten – sortieren, was ist wichtig und was ist Ballast, was schränkt meine Freiheit ein und was gibt mir Halt und Kraft auf meinem Lebensweg.
In diesem Sinne sollte uns die Fastenzeit wichtig sein. Sie gibt uns die Chance Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, Ballast abzuwerfen, das Wichtige zu behalten um so leichteren Herzens unseren Weg im Leben zu gehen.
Ich wünsche Ihnen eine frei und froh machende Fastenzeit.

Ihr Pastor Peter Frey
Hilbringen, im Februar 2021

Es gibt 3 Totschlag Argumente, die alles zum Scheitern bringen können:
„Das haben wir schon immer so gemacht, das haben wir noch nie so gemacht, wo kämen wir denn da hin“.
Wenn einer dieser 3 Sätze fällt, ist im Grunde jedes weitere Gespräch überflüssig. Es sei denn, sie reagieren wie der bekannte Schweizer Theologe Kurt Marti:
„Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten, wo kämen wir hin,
und keiner ginge, um zu sehen,
wohin wir kämen, wenn wir gingen“.

Liebe Pfarrangehörige, liebe Gäste,
ja, wo kämen wir hin, wenn wir gingen, wenn wir den Mut hätten aufzubrechen, um Neues zu wagen, mal etwas anders zu machen oder noch besser: etwas aus einer anderen Perspektive betrachten. Das Ziel, das sind die Menschen, die auf der Suche sind nach dem Leben und vielleicht nach mehr als nur ein bisschen Leben. Unsere Botschaft vom Evangelium will die Menschen erreichen, die das Leben in Fülle suchen, die den Sinn ihres Lebens suchen und die Gott suchen. Corona hat uns gelehrt, dass wir auch als Kirche und als Pfarrgemeinde neue Wege gehen müssen und gehen können. Und ich bin immer wieder erstaunt, wer diese neuen Wege mitgeht und wer nicht. Ich bin auch so manches Mal erstaunt, wen wir da finden, der mit uns nach Gott sucht. Und Corona lässt uns auch so manche Not sehen, die vorher unsichtbar war, weil eine geschäftige Welt, viele Menschen übersehen hat. Wo kämen wir da hin – vielleicht zu eben jenen Menschen, die darauf warten, dass jemand ihnen Mut macht, Hoffnung schenkt, ja, der ihnen Gott schenkt. Denn ich bin überzeugt, dass die Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe sehr systemrelevant sind, weil sie Leben schenken. Und dort wo Kirche sich nicht weg duckt, sondern hingeht zu den Menschen und offen ist für Menschen, da ist sie ebenfalls systemrelevant und das nicht nur in Corona-Zeiten, sondern in jedder Zeit.
Ihr Pastor Peter Frey
Hilbringen, Januar 20211

 

Liebe Pfarrgemeinde, liebe Gäste,

               Image: Johannes Simon, in: pfarrbrief.service.de

ein ungewohntes Bild. Josef hält mit großer Zärtlichkeit das Jesuskind in seinen Armen. Ein neues Männerbild? In der Wahrnehmung sicher, aber ich glaube, dass es zu allen Zeiten Männer gab, die zärtlich mit ihren Kindern umgegangen sind. Und doch setzt dieses Bild ein neues Zeichen. Je hilfloser ein Mensch ist, umso mehr braucht es die Starken, die auf ihn aufpassen. Kinder, alte Menschen, kranke Menschen, Menschen die auf der  Flucht sind. Menschen, die auf der Straße leben, Menschen mit Behinderungen und viele mehr: Sie alle brauchen starke Mitmenschen in unserer Gesellschaft, die Sorge tragen, dass jedes Leben wertvoll ist.
Auch in der jetzigen Situation mit Corona gilt das, aber nicht nur.
Josef war sicher ein starker Mann und ihm war Maria und das Kind anvertraut. Wir alle sind einander anvertraut, aufeinander zu achten, füreinander da zu sein. An Weihnachten brauchte sogar Gott Menschen, die für ihn sorgten und da waren.
Möge Weihnachten uns das immer wieder bewusst machen. Unsere erste Aufgabe ist es Mensch und Mitmensch zu sein.
Gemeinsam mit meinem Mitbruder Pastor Josef Schwarz und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest

Ihr/Euer Pastor Peter Frey
Weihnachten 2020

 

Liebe Pfarrangehörige, liebe Gäste,
der Advent will uns mitnehmen auf den Weg nach Bethlehem. Dieser Weg ist jedes Jahr neu, so wie unser Leben jeden Tag neu ist. Niemand kennt diesen Weg, niemand ist ihn je gegangen, er ist auf keiner Karte eingezeichnet, eben weil er jedes Jahr neu ist. Denn immer wieder müssen wir unser Leben neu leben, trotz aller Zweifel, trotz vieler Dunkelheiten, trotz vieler Unsicherheiten, trotz vieler unebantworteter Fragen.
Folge dem Hoffnungsschimmer der Heiligen Nacht, den leisen Stimmen, dem Gesang der Engel in weiter Ferne tiel in deinem Herzen.
Dein Fuß wird an Steine stoßen, manchmal werden deine Beine schwer werden, die Last der Jahre wird dich niederdrücken und manchmal wirst du straucheln und fallen. Aber Gott wird dir die Kraft geben wieder aufzustehen. Und dann, wenn du schon weit gegangen bist, beginnst du diesen Weg zu lieben, denn es ist dein Weg. Keiner geht den gleichen Weg im Leben. Manchmal wirst du ausruhen wollen, wirst du müde sein, glaubst du, dass deine Füße dich nicht mehr tragen.
Dann geh doch weiter, geh über dich selbst hinaus und irgendwann kommt du nach Bethlehem und findest das Kind. Und mit dem Kind findest du den Himmel.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Adventszeit und bleiben Sie gesund.
Ihr/Euer Pastor Peter Frey

 

Liebe Pfarrangehörige und Gäste,

der Monat November geht auf’s Gemüt und das in diesem Jahr gleich doppelt. Corona mit seinen Einschränkungen, aber auch die zunehmende Dunkelheit, Nebel, Regen und dann auch noch der Gang zum Friedhof, Volkstrauertag, der Ausfall von St. Martin und so manches mehr. Da wird gerade der Saarländer sehr schnell „lädisch“. Aber da ist doch das Fest Allerheiligen, sozusagen das „Familienfest“ der Kirche, das Fest der Freunde Gottes, wie wir in einem schönen Lied singen (Ihr Freunde Gottes all zugleich, verherrlicht…). Ein Fest, das sagt, Kopf hoch, du bist für etwas Winderbares bestimmt und viele, viele Menschen haben dieses Ziel erreicht. Sie sind nicht nur Gottes Freunde, sondern auch deine Freunde und vielleicht auch die Menschen, die mit dir verwandt und schon in diesem Leben befreundet waren. Wenn du also an deine lieben Verstorbenen denkst in diesen Tagen, dann im Sinne, dass sie jetzt in der Freude des Himmels leben. Und das soll auch unsere Zukunft sein. Also, da ist doch ein Lichtstrahl in aller Dunkelheit dieser Welt.

Mit seelsorglichen Grüßen
Ihr Pastor Peter Frey


Hilbringen, 19.10.2020

Liebe Pfarrangehörige und Gäste,

„Man kann doch auf Dauer nicht leben von Kühlschränken, Politik, Finanzen und Kreuzworträtseln. Man kann es einfach nicht,“ so sagt der Schriftsteller Antonine de Saint-Exupery, der die schöne Geschichte vom kleinen Prinzen geschrieben hat. Und er fügt hinzu: „Man kann doch nicht leben ohne Dichtung, ohne Farbe, ohne Liebe.“

Die Zeit von Covid 19 macht uns das noch einmal so richtig bewusst. Viele Dinge werden als systemrelevant eingestuft und mögen es ja sein. Aber zum Menschsein gehört auch seine Religion, sein Glaube, seine Hoffnung und die Gemeinschaft im Gottesdienst. Mensch kann ich auf Dauer nicht sein, ohne das Lächeln und die Umarmung des Anderen.

Als ob Saint-Exupery es geahnt hätte. Vielleicht müssen wir noch einmal neu darüber nachdenken, was unser Menschsein ausmacht. Für mich gehört auf jeden Fall auch das Wort und das Sakrament Gottes dazu.

Mit seelsorglichen Grüßen
Pastor Peter Frey

Hilbringen, im September 2020

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Jahr war vieles anders. Ostern war anders und die Erstkommunionfeiern und sogar für die meisten Menschen der Urlaub. Viele Menschen sehnen sich nach Normalität. In einem tue ich das nicht. Denn Corona hat auch etwas mit sich gebracht, das gerne zur Normalität werden könnte. Was ich meine? ACHTSAMKEIT. Wir sind in dieser Zeit achtsamer miteinander umgegangen, haben Rücksicht geübt und aufeinander aufgepasst, wenigstens die allermeisten. Und das könnte auch so bleiben für die Zukunft. Achtsam miteinander umgehen, Rücksicht üben und aufpassen, dass dem Anderen nichts passiert. Achtsam miteinander umgehen, das sollten wir aber auch immer mit der Seele unserer Mitmenschen, denn auf der wird auch gerne herumgetrampelt und viele Menschen erleiden Verletzungen. Bitten wir Gott, dass Corona bald der Vergangenheit angehört, bitten wir ihn aber auch, dass jeder von uns achtsam mit dem Mitmenschen und besonders seiner Seele umgeht.

Ihr Pastor Peter Frey
Hilbringen, den 31.07.2020

 

Liebe Mitchristen

Es wirkte auf mich schon etwas eigenartig. Ich meine, die ersten Demonstrationen in Deutschland mit Mundschutz und Abstand halten. Es fehlte genau das, was Demonstrationen ausmacht: Kraftvolles, gemeinschaftliches Auftreten für eine Sache.

Ehrlich, ich kann mir Fronleichnam mit Abstand und Mundschutz, aber ohne Musik, Gesang, Kommunionkinder und allem was dazu gehört, nur schwer vorstellen. Wenn überhaupt, dann nur als Schweigemarsch für das Leben und die Gesundheit der Menschen. Und das ist ja auch ein wesentlicher Inhalt von Fronleichnam: Essen, Leben, Sattwerden und Gesundbleiben auch der Seele, mit Jesus und den Mitchristen einen guten Weg gehen in Gemeinschaft, das Leben verteidigen aber auch entfalten.

Fronleichnam bedeutet dann nicht nur, dass ich mit Jesus durch meine Gemeinde gehe sondern, dass er mit mir geht und sagt: Wir schaffen das und ich werde für dich Brot und Wein sein.

Ganz gleich, wie wir in diesem Jahr Fronleichnam begehen. Gott geht mit uns.

Ich wünsche Ihnen, dass Christus immer an ihrer Seite ist
Ihr Pastor Peter Frey

Nicht weglaufen!

Manchmal ist es zum Weglaufen. Dabei brauchen wir zu Zeiten von Corona nur zu Hause zu bleiben. Auch für die Jünger war es zum Weglaufen nach Karfreitag. Und das taten sie zunächst ja auch. Sie liefen nach Emmaus, nach Galiläa, zu ihren Familien und zu ihrer Arbeit. Aber irgendwie fanden sie dann doch wieder zusammen. „Und sie verharrten einmütig im Gebet“ heißt es in der Apostelgeschichte. Einmütig verharrten sie. Es gab keine großen Diskussionen. Man wusste worauf es ankam. Zusammenbleiben, beten, warten um dann die Kraft des Heiligen Geistes zu erfahren. Und der trieb sie dann das Evangelium zu verkünden. So funktioniert Kirche. Zusammenbleiben, beten, warten und wenn der Geist dann kommt in seiner Kraft, zu den Menschen gehen und ihnen von der Hoffnung erzählen, die uns erfüllt.

Ich wünsche uns allen in unseren Gemeinden diese Einmütigkeit im Gebet und den Heiligen Geist, der uns antreibt das Evangelium zu leben.

Ihr Pastor Peter Frey

Hilbringen, 22.05.2020


Maria ist nicht nur die Mutter Gottes, sondern auch unsere Mutter.

Es ist gut eine Mutter zu haben.

Wer, liebe Mitchristen, hätte das nicht auch schon gedacht? Es ist gut jemanden zu haben, der Geborgenheit schenkt, der uns so liebt wie wir sind, mit Ecken und Kanten. Sicher, wir bleiben in der Regel nicht zu Hause bei der Mutter, sondern wir gehen unsere eigenen Wege. Auch Jesus ging seinen eigenen Weg und hat es die Mutter auch spüren lassen, wenn er sagt: Frau was habe ich mit dir zu tun. Aber Jesus hat auf dem Kreuzweg auch erfahren, dass seine Mutter da war, am Weg und unter dem Kreuz. Und er hat seine Mutter auch uns zur Mutter gegeben. Wann immer das Leben uns übel mitspielt, wenn wir Trost und Geborgenheit brauchen ist die Mutter eine gute Adresse, auch die Mutter Maria. Ihr können wir alles sagen und auf ihre Fürbitte bei Gott vertrauen. Wir sind bei der Mutter aber auch willkommen, wenn wir danke sagen und unsere Freude am Leben zum Ausdruck bringen.

Es ist gut auch eine Mutter im Himmel zu haben, die so ganz der Erde und den Sorgen und Freuden der Menschen verbunden ist.

Mit seelsorglichen Grüßen im Monat Mai

Ihr Pastor Peter Frey

Hilbringen, Mai 2020

 

5. Sonntag der Osterzeit Evangelium Joh 14,1-12

Liebe Pfarrangehörige und Gäste,

solange die Eltern noch leben, sind dort alle Kinder zuhause auch wenn sie vielleicht schon lange eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus haben. Zuhause bei Muttern. Der Saarländer spricht auch davon, dass er heim geht. Das Haus der Eltern hat einen besonderen Nimbus.

„Ein Haus, das hab ich nicht“. So beginnt ein Gedicht und die Dichterin beklagt darin ihre Heimatlosigkeit.  Jesus weiß um diese Heimatlosigkeit , die viele Menschen fühlen. Letztlich sind alle Menschen heimatlos, wenn Alter und Krankheit sie spüren lassen, dass das Leben in dieser Welt endlich ist und einmal endet. Was kommt dann, wenn sie diese Welt verlassen müssen? Und ER verspricht ihnen: Ich gehe voran und bereite euch eine Wohnung und dann habt ihr bei mir und meinem Vater ein neues Zuhause.

Wer daran glaubt, für den eröffnen sich neue Perspektiven. Wenn ich weiß, dass ich noch ein Zuhause habe, dann verliert vielleicht sogar das Sterben seinen Schrecken und wird zu einem Heimgang. Ich bin froh ein Christ zu sein.

Mit ermutigenden Grüßen wünsche ich Ihnen/Euch

Gesundheit an Leib und Seele und Gottes Segen

Ihr Pastor Peter Frey

Hilbringen, 08.05.2020

 

Liebe Pfarrangehörige, liebe Gäste,

mit viel Vorsicht und Rücksicht werden wir in den nächsten Wochen wieder öffentliche Gottesdienste feiern. Viele Menschen freuen sich schon darauf, denn wir leben ja von der communio, der Gemeinschaft der Glaubenden, der Betenden und der Gemeinschaft mit Christus, auch in der hl. Kommunion. Mit viel Vorsicht und Rücksicht, das gilt aber auch ohne Corona im Umgang der Menschen miteinander. Wir Menschen sind sehr verletzlich und unsere Seele ist oft noch verletzlicher als unser Körper. Christus als unser guter Hirte geht vorsichtig und rücksichtsvoll mit uns um und ist damit auch ein Beispiel, wie wir miteinander umgehen sollen.

Mit meinem Mitbruder Josef Schwarz und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag.

Ihr Pastor Peter Frey

 

Liebe Schwestern und Brüder,

im Moment wird uns „die Pfarrei der Zukunft“ ans Herz gelegt, große Pfarrgebiete, Verwaltungseinheiten – und nicht mehr Lebensorte.

Und man fragt sich bang: Stimmt da das Bild, das Jesus vom Guten Hirten gezeichnet hat, noch mit unserer Realität in der Kirche überein?

In einer Zeit, in der die Herden immer größer werden, weil es immer weniger Hirten gibt — wie wird da der Hirte jeden Einzelnen noch kennen und beim Namen rufen können?

Und wenn die Herde ihren Hirten immer seltener trifft, weil er keine Zeit mehr für sie hat – wie sollen sie seine Stimme noch kennen?

Und wenn dort steht, dass der Hirte vorangeht, die Herde führt, hat man nicht heute eher den Eindruck, dass die Hirten, weil sie keine Zeit mehr haben, an der Tür stehenbleiben, die Herde rausschicken und ihnen vielleicht noch ein paar gute Ratschläge mitgeben: „Passt gut auf euch auf! Macht nichts verkehrt! Gebt acht, dass ihr den Stallgeruch nicht verliert…….“

Und auch eines anderen Eindrucks kann ich mich nicht erwehren: Dass die Hirtensorge immer mehr zur Sorge der Herde um die Hirten wird: Kommen die Hirten überhaupt noch mit den Herden mit? Können sie noch das Tempo halten – oder haben wir die Hirten nicht irgendwann abgehängt – und die Herde verläuft sich?

Bischof Kamphaus hat in einer Predigt zum heutigen Sonntag geschrieben:

„Die Großpfarreien führen dazu, dass die Hirten ihre „Schafe“ nicht mehr kennen, deren Namen sie nur noch in der Kartei stehen haben.“
Und er fragt weiter: „Ist das nicht die Stunde, das Hirtenamt aller getaufter und gefirmten Christinnen und Christen neu zu entdecken?!“
(Franz Kamphaus, Tastender Glaube. Inspirationen zum Matthäus-Jahr).
Welch schöner Gedanke: Das Hirtenamt aller. Nicht nur der paar „Geweihten“, sondern das Hirtenamt aller Getauften und Gefirmten.
Dann wäre der Mangel auf der Stelle vorbei.

Und ob der Herr das damals nicht tatsächlich auch so gemeint hat, als er von Hirten sprach? Denn geweihte Priester, die gab es da noch gar nicht…. 

Liebe Schwestern und Brüder,

gute Hirten und gute Hirtinnen sind wichtig – nicht nur in der Kirche, sondern auch in einer Familie, in einem Unternehmen, Betrieben und Einrichtungen.

Gute Hirten, die fallen aber nicht vom Himmel und die wachsen auch nicht an Bäumen, sondern die kommen aus den Familien, aus der Kirche, aus den Betrieben und Einrichtungen.

Es sind die Menschen von Morgen, die aber im Heute gute Beispiele haben müssen, von denen sie lernen können. Denn wo soll Morgen etwas Gutes herkommen, wenn heute nichts Gutes da ist, an dem man sich ein Beispiel nehmen kann?!

Wenn wir Morgen gute Hirten haben wollen, dann müssen wir heute in der Tat für einander gute Hirten und Hirtinnen sein –

Menschen, die bereit sind, das Verlorene wieder zu suchen und das Verirrte zurückzubringen. Die das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und die das, was stark ist, nicht kleinkriegen wollen, sondern die es behüten.

Menschen, die ihre Hirtenmacht und ihre Hirtensorge einsetzen, damit niemand unter die Räder kommt;
die niemanden abschreiben, der was falsch gemacht hat, sondern die die Schwachen stärken und aufrichten, damit sie wieder zum Leben finden.

Dann wären wir gute Hirten und Hirtinnen – Ob als Eltern, als Freunde und Freundinnen, Mitschwestern und Mitbrüder, als Nachbarn und Mitchristen in einer Gemeinde.
Menschen, die einander mit Namen kennen – und die einander helfen, in der Weite zum Leben zu finden – zum dem jeweils eigenen Leben, zu dem Leben, zu dem der Herr sie berufen hat.

Amen


 
 

 

Liebe Mitchristen,

Im seinem Brief an Timotheus schreibt Paulus: Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit geschenkt (2Tim1.7).

Dieses Versprechen Gottes ist in der gegenwärtigen Situation ein echter Mutmacher. Gott hat uns den Geist der Besonnenheit, der Kraft und der Liebe geschenkt. Und damit sind wir stark in dieser schweren Zeit.

Der 3 Sonntag der Osterzeit hält uns 2 Evangelien bereit,  siehe Tagesimpuls vom Sonntag.  https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-04-26.   Da sind die Jünger, die enttäuscht und mutlos nach Emmaus gehen. Und als Jesus mit ihnen geht und ihnen das Brot bricht, da tut sich was in ihnen und sie  sagen: „Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete?“ Das war dieser Geist der Kraft von dem Paulus spricht.

Oder auch das andere Evangelium von den Jüngern, die nach Karfreitag enttäuscht zu ihrer Arbeit zurückkehren, mutlos und ratlos und ein Petrus, der jetzt noch zaghaft bekennt:  „Es ist der Herr“.  In ihm beginnt der Geist der Besonnenheit und der Liebe sein Werk.

Auch wir haben diesen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit empfangen. Möge er in uns sein Werk tun, in dieser besonderen Zeit des Corona Virus aber auch darüber hinaus.

Gott segne Euch alle

Euer/Ihr Pastor Peter Frey

 

Liebe Mitchristen

Bekenntnisse, die Geschichte schrieben.

Als Kennedy 1963 in Berlin sagte:  „Ich bin ein Berliner“, da war das ein ganz klares Bekenntnis zur Freiheit von West-Berlin. Ein Satz, den die Sowjetunion auch verstand.

Ein klares Bekenntnis zu den Menschenrechten setzte der dänische König Christian X, als er bei der Besetzung seines Landes durch die Nazis sich einen Judenstern auf die Brust heftete.

Weniger spektakulär und dennoch bis heute prägend war das Bekenntnis des Hl. Thomas, als er sagte: „Mein Herr und mein Gott“. Er hatte sich schon von Jesus distanziert, war schon weggeblieben aus dem Kreis der Apostel und nur zufällig anwesend, als Jesus ihn ansprach und sagte: „leg deine Finger in meine Wunden“.

Gibt es solche Bekenntnisse auch in meinem Leben? Vielleicht zu einem Menschen, dem wir Treue versprechen oder auch zu Gott?

Nein, der ungläubige  Thomas war es nicht, der sich zu Jesus bekannte, sondern der tiefgläubige Thomas, der dann die Botschaft Jesu, wie die Geschichte erzählt, bis nach Indien verbreitete.

Gottes Segen und bleiben Sie gesund!

Ihr Pastor Peter Frey


Liebe Mitchristen,

die österlichen Erzählungen der Bibel sind auch immer Geschichten der Begegnung. Jesus begegnet Maria Magdalena, den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, den Jüngern, die sich eingeschlossen haben, dem Petrus und seinen Freunden am See Genezareth, als sie fischen gehen.

In diesen Tagen wird uns schmerzlich bewusst, was es bedeutet, wenn Begegnungen eingeschränkt werden, wenn wir nicht mehr zusammenkommen können, um miteinander zu lachen, vielleicht auch um zu weinen, uns auszutauschen, miteinander Gottesdienst zu feiern und zu kommunizieren. Menschen brauchen die Begegnung und zwar jenseits von Computer und WhatsApp.

Ostern, das ist die Begegnung des Auferstandenen mit den Frauen und den Jüngern. Thomas soll ihn sogar berühren. Das schafft Glaube und Hoffnung, das gibt Mut zum Leben in dieser Welt, auch in der Vorfreude, dass danach noch etwas Besseres kommt.

In Vorfreude auf hoffentlich noch viele schöne Begegnungen und im österlichen Glauben verbunden,

Ihr/Euer Pastor Peter Frey

Karfreitag

Karfreitag: Christus stirbt am Kreuz

Der Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu. Wie der Aschermittwoch am Beginn der Fastenzeit ist auch der Freitag vor Ostern ein sogenannter strenger Fast- und Abstinenztag. Er wird als Zeichen der Trauer in Stille und Besinnlichkeit begangen.

Im Gedenken an den Leidensweg Jesu gehen am Vormittag viele Gläubige den Kreuzweg: Dieser führt in traditionell 14 Stationen von der Verurteilung Jesu bis zur Kreuzigungsstätte Golgota und der Grablegung Christi.

Am Nachmittag folgt Akt 2 des Triduum Sacrum: die Karfreitagsliturgie als Feier vom Leiden und Sterben Jesu. Dieser Gottesdienst beginnt gegen 15 Uhr, die Todesstunde Jesu. Die Liturgie ist dabei in vier Teile aufgefächert: Zunächst versammeln sich die Gläubigen in der Kirche zum Wortgottesdienst, bei dem sie erneut die Passionsgeschichte hören. Im Anschluss werden die sogenannten „Großen Fürbitten“ verlesen: In zehn langen Bitten wird dabei für die ganze Kirche, die christlichen Konfessionen, nicht-christlichen Religionen, Atheisten sowie für die gesamte Welt gebetet. Charakteristisch dabei ist die Aufforderung an die Gläubigen: „Beuget die Knie … Erhebet euch!“. Es folgt die Kreuzverehrung: Ein mit einem violetten Fastentuch bedecktes Kreuz wird enthüllt und durch Kniebeugen der Gläubigen verehrt. „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen“, ruft der Priester. Die Gläubigen antworten: „Kommt, lasset uns anbeten!“ Die Karfreitagsliturgie schließt mit der darauffolgenden Kommunionfeier.

Aus Katholisch.de

Gründonnerstag – Evangelium

Gedanken

Liebe Mitchristen,

wo ist Gott, eine Frage, die vielleicht in diesen Zeiten ganz besonders häufig gestellt wird. Wo ist Gott, oder ist das Corona-Virus vielleicht sogar eine Strafe Gottes?

Gründonnerstag gibt uns eine zweifache Antwort darauf, wo Gott ist. Er ist beim Füße waschen. Da wo Menschen andere Menschen brauchen und sich auch nicht zu schade sind für die niedrigsten Arbeiten, da ist Gott. Und: er geht jedes Risiko ein, wenn ihn jemand braucht.

Und eine zweite Antwort gibt uns der Gründonnerstag. Gott ist im Brot – dem eucharistischen Brot und vielleicht auch in jedem anderen Stück Brot, das Menschen teilen und das einem Hungrigen und Armen Leben schenkt.

Gott ist unsichtbar und doch sichtbar, gerade in Krisenzeiten.

Ihr/Euer Pastor Peter Frey


Palmsonntag – Evangelium

Palmsonntag - der letzte Sonntag der Passionszeit

Der Einzug in Jerusalem
1 Als sie sich Jerusalem näherten und nach Betfage am Ölberg kamen, schickte Jesus zwei Jünger aus 2 und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie zu mir! 3 Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. 4 Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: 5 Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. 6 Die Jünger gingen und taten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte. 7 Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie und er setzte sich darauf. 8 Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. 9 Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! [1] 10 Als er in Jerusalem einzog, erbebte die ganze Stadt und man fragte: Wer ist dieser? 11 Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.Palmsonntag -Evangelium

Gedanken zum Evangelium

Liebe Mitchristen,

sein letztes Hemd hergeben, das drückt größte Wertschätzung, Loyalität, ja Liebe aus. Die Menschen breiten ihre Kleider aus für Jesus. Und das waren sicher keine überschüssigen Kleider für die Kleidersammlung. Überschuss an Kleidern gab es nicht. Jeder war froh etwas zu haben, das er anziehen konnte. An Karfreitag werden die Soldaten die Kleider Jesu unter sich aufteilen und um den Rock losen. Hier geben die Menschen ihr letztes Hemd für Jesus um ihre Wertschätzung und Liebe zum Ausdruck zu bringen. Und ich wehre mich dagegen, dass das die Leute waren, die wenige Tage später rufen werden: Kreuzige ihn. Vielleicht waren einige Enttäuschte auch darunter. Aber eher waren es die, die über ihn geweint haben, die all ihre Hoffnung schwinden sahen und dennoch weiter hofften, als die Osterbotschaft sie erreichte.  Und sicher waren es auch die, die nach Pfingsten die ersten Gemeinden bildeten und den Glauben in die Welt trugen. Ob auch heute noch viele Menschen für Ihren Glauben ihr letztes Hemd hergeben?

Möge Palmsonntag auch in uns die Begeisterung für diesen Jesus neu wecken.

Ihr/Euer  Pastor Peter Frey


Passionssonntag – einige Gedanken eines Dorfpastors zum Evangelium des Sonntags

(siehe Tagesimpuls 29. 3.2020 -Joh 11,1-45)

Zwei Fragen begegnen uns in diesem Evangelium. Zwei Fragen, die so existentiell für Menschen sind, wie es nur Fragen sein können.

Zum Einen die Frage von Martha an Jesus, als Frage von Millionen Menschen in dieser Welt an Gott und zum anderen die Frage Jesu an Martha als die Frage von Gott an uns Menschen. Lazarus, ein Freund von Jesus ist schwer krank. Ganz menschlich lassen die beiden Schwestern Jesus rufen, wie Menschen in schwerer Not den Freund rufen, den Arzt in der Krankheit, den Priester im Sterben, aber: Jesus kommt nicht. Er lässt sich noch 2 weitere Tage Zeit. Selbst als die Jünger ihn drängeln zögert er.Wo warst du lieber Gott, als wir dich brauchten – warum dauert das so lange bis du kommst- bist du nicht mehr mein Freund, mein Heiland – willst du mir nicht helfen – kannst du mir überhaupt helfen- gibt es Gott überhaupt – hänge ich einem Phantom an?  Herr, wenn du hier gewesen wärest…. Es sind die Fragen, die Menschen immer wieder an Gott haben – in Krankheit, in Not, wenn etwas Schlimmes geschieht. Wo ist Gott? Interessiert sich Gott überhaupt für mich? Gibt es Gott überhaupt?Gott war wie immer nicht da. Ein Satz den ich in meinen 40 Priesterjahren so oft gehört habe. Wo Menschen leben und leiden, da steht diese Frage im Raum. Und wie oft habe ich als Priester nur schweigen können. Und dann ist da aber auch noch die Frage von Jesus an Martha, die Frage Gottes an uns Menschen: Und du Mensch, glaubst du, dass ich der Herr über Leben und Tod bin? Du Martha, glaubst du, dass ich die Macht habe deinen Bruder auferwecken zu können? Es ist die Frage Gottes an die Menschen, die er seit Anbeginn immer wieder stellt-auch dir und mir: Glaubst du an mich? Martha hat keinen Zweifel. Sie sagt: Ja Herr, ich glaube, dass du der Messias bist.

Ich wünsche Ihnen/Euch Mut und Gottvertrauen in dieser für viel Menschen so schweren Zeit.

Ihr/Euer Pastor

Peter Frey


Verkündigung des Herrn                                                         Hochaltar Pfarrkirche Hilbringen

Auf einmal ist alles ganz anders. Das Corona-Virus verändert die Welt. Gerade noch ging es darum, dass die Menschen sich näherkommen, dass eine Umarmung gut tut – und jetzt? Auf einmal ist alles anders.

Du wirst ein Kind empfangen sagt der Engel und Maria stimmt ihm zu mit den Worten: Mir geschehe nach deinem Wort – und auf einmal ist alles ganz anders. Maria ist nicht mehr das kleine unschuldige Mädchen. Sie ist diejenige, die mit hilft Gottes Heilspläne zu verwirklichen. Sie wird die Mutter Gottes. Die Welt ist nach diesem: Mir geschehe nach deinem Wort, eine vollkommen andere Welt geworden. Dass Gott in die Welt kommt verändert das Leben von Abermillionen Menschen. Und wir glauben, dass es ihnen den Himmel öffnet.

Ob die Welt nach Corona für immer eine andere sein wird, wissen wir nicht, aber nach dem JA Marias war sie für immer eine andere.

Sagen wir JA zu Gott in unserer Welt.

Ich wünsche Ihnen Allen Gesundheit und Heil

Ihr/Euer Pastor Peter Frey