Geistliches Wort des Pastors

Passionssonntag – einige Gedanken eines Dorfpastors zum Evangelium des Sonntags

(siehe Tagesimpuls 29. 3.2020 -Joh 11,1-45)

Zwei Fragen begegnen uns in diesem Evangelium.

Zwei Fragen, die so existentiell für Menschen sind, wie es nur Fragen sein können.

Zum Einen die Frage von Martha an Jesus, als Frage von Millionen Menschen in dieser Welt an Gott und zum anderen die Frage Jesu an Martha als die Frage von Gott an uns Menschen.

Lazarus, ein Freund von Jesus ist schwer krank. Ganz menschlich lassen die beiden Schwestern Jesus rufen, wie Menschen in schwerer Not den Freund rufen, den Arzt in der Krankheit, den Priester im Sterben, aber: Jesus kommt nicht. Er lässt sich noch 2 weitere Tage Zeit. Selbst als die Jünger ihn drängeln zögert er.

Wo warst du lieber Gott, als wir dich brauchten – warum dauert das so lange bis du kommst- bist du nicht mehr mein Freund, mein Heiland – willst du mir nicht helfen – kannst du mir überhaupt helfen- gibt es Gott überhaupt – hänge ich einem Phantom an?

Herr, wenn du hier gewesen wärest…. Es sind die Fragen, die Menschen immer wieder an Gott haben – in Krankheit, in Not, wenn etwas Schlimmes geschieht. Wo ist Gott? Interessiert sich Gott überhaupt für mich? Gibt es Gott überhaupt?

Gott war wie immer nicht da. Ein Satz den ich in meinen 40 Priesterjahren so oft gehört habe. Wo Menschen leben und leiden, da steht diese Frage im Raum. Und wie oft habe ich als Priester nur schweigen können.

Und dann ist da aber auch noch die Frage von Jesus an Martha, die Frage Gottes an uns Menschen: Und du Mensch, glaubst du, dass ich der Herr über Leben und Tod bin? Du Martha, glaubst du, dass ich die Macht habe deinen Bruder auferwecken zu können?

Es ist die Frage Gottes an die Menschen, die er seit Anbeginn immer wieder stellt-auch dir und mir: Glaubst du an mich?

Martha hat keinen Zweifel. Sie sagt: Ja Herr, ich glaube, dass du der Messias bist.

Ich wünsche Ihnen/Euch Mut und Gottvertrauen in dieser für viel Menschen so schweren Zeit.

Ihr/Euer Pastor

Peter Frey


 

Verkündigung des Herrn                                                         Hochaltar Pfarrkirche Hilbringen

Auf einmal ist alles ganz anders. Das Corona-Virus verändert die Welt. Gerade noch ging es darum, dass die Menschen sich näherkommen, dass eine Umarmung gut tut – und jetzt? Auf einmal ist alles anders.

Du wirst ein Kind empfangen sagt der Engel und Maria stimmt ihm zu mit den Worten: Mir geschehe nach deinem Wort – und auf einmal ist alles ganz anders. Maria ist nicht mehr das kleine unschuldige Mädchen. Sie ist diejenige, die mit hilft Gottes Heilspläne zu verwirklichen. Sie wird die Mutter Gottes. Die Welt ist nach diesem: Mir geschehe nach deinem Wort, eine vollkommen andere Welt geworden. Dass Gott in die Welt kommt verändert das Leben von Abermillionen Menschen. Und wir glauben, dass es ihnen den Himmel öffnet.

Ob die Welt nach Corona für immer eine andere sein wird, wissen wir nicht, aber nach dem JA Marias war sie für immer eine andere.

Sagen wir JA zu Gott in unserer Welt.

Ich wünsche Ihnen Allen Gesundheit und Heil

Ihr/Euer Pastor Peter Frey