Geistliches Wort des Pastors

Liebe Pfarrangehörige und Gäste,

der Monat November geht auf’s Gemüt und das in diesem Jahr gleich doppelt. Corona mit seinen Einschränkungen, aber auch die zunehmende Dunkelheit, Nebel, Regen und dann auch noch der Gang zum Friedhof, Volkstrauertag, der Ausfall von St. Martin und so manches mehr. Da wird gerade der Saarländer sehr schnell „lädisch“. Aber da ist doch das Fest Allerheiligen, sozusagen das „Familienfest“ der Kirche, das Fest der Freunde Gottes, wie wir in einem schönen Lied singen (Ihr Freunde Gottes all zugleich, verherrlicht…). Ein Fest, das sagt, Kopf hoch, du bist für etwas Winderbares bestimmt und viele, viele Menschen haben dieses Ziel erreicht. Sie sind nicht nur Gottes Freunde, sondern auch deine Freunde und vielleicht auch die Menschen, die mit dir verwandt und schon in diesem Leben befreundet waren. Wenn du also an deine lieben Verstorbenen denkst in diesen Tagen, dann im Sinne, dass sie jetzt in der Freude des Himmels leben. Und das soll auch unsere Zukunft sein. Also, da ist doch ein Lichtstrahl in aller Dunkelheit dieser Welt.

Mit seelsorglichen Grüßen
Ihr Pastor Peter Frey


Hilbringen, 19.10.2020

Liebe Pfarrangehörige und Gäste,

„Man kann doch auf Dauer nicht leben von Kühlschränken, Politik, Finanzen und Kreuzworträtseln. Man kann es einfach nicht,“ so sagt der Schriftsteller Antonine de Saint-Exupery, der die schöne Geschichte vom kleinen Prinzen geschrieben hat. Und er fügt hinzu: „Man kann doch nicht leben ohne Dichtung, ohne Farbe, ohne Liebe.“

Die Zeit von Covid 19 macht uns das noch einmal so richtig bewusst. Viele Dinge werden als systemrelevant eingestuft und mögen es ja sein. Aber zum Menschsein gehört auch seine Religion, sein Glaube, seine Hoffnung und die Gemeinschaft im Gottesdienst. Mensch kann ich auf Dauer nicht sein, ohne das Lächeln und die Umarmung des Anderen.

Als ob Saint-Exupery es geahnt hätte. Vielleicht müssen wir noch einmal neu darüber nachdenken, was unser Menschsein ausmacht. Für mich gehört auf jeden Fall auch das Wort und das Sakrament Gottes dazu.

Mit seelsorglichen Grüßen
Pastor Peter Frey

Hilbringen, im September 2020

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Jahr war vieles anders. Ostern war anders und die Erstkommunionfeiern und sogar für die meisten Menschen der Urlaub. Viele Menschen sehnen sich nach Normalität. In einem tue ich das nicht. Denn Corona hat auch etwas mit sich gebracht, das gerne zur Normalität werden könnte. Was ich meine? ACHTSAMKEIT. Wir sind in dieser Zeit achtsamer miteinander umgegangen, haben Rücksicht geübt und aufeinander aufgepasst, wenigstens die allermeisten. Und das könnte auch so bleiben für die Zukunft. Achtsam miteinander umgehen, Rücksicht üben und aufpassen, dass dem Anderen nichts passiert. Achtsam miteinander umgehen, das sollten wir aber auch immer mit der Seele unserer Mitmenschen, denn auf der wird auch gerne herumgetrampelt und viele Menschen erleiden Verletzungen. Bitten wir Gott, dass Corona bald der Vergangenheit angehört, bitten wir ihn aber auch, dass jeder von uns achtsam mit dem Mitmenschen und besonders seiner Seele umgeht.

Ihr Pastor Peter Frey
Hilbringen, den 31.07.2020

 

Liebe Mitchristen

Es wirkte auf mich schon etwas eigenartig. Ich meine, die ersten Demonstrationen in Deutschland mit Mundschutz und Abstand halten. Es fehlte genau das, was Demonstrationen ausmacht: Kraftvolles, gemeinschaftliches Auftreten für eine Sache.

Ehrlich, ich kann mir Fronleichnam mit Abstand und Mundschutz, aber ohne Musik, Gesang, Kommunionkinder und allem was dazu gehört, nur schwer vorstellen. Wenn überhaupt, dann nur als Schweigemarsch für das Leben und die Gesundheit der Menschen. Und das ist ja auch ein wesentlicher Inhalt von Fronleichnam: Essen, Leben, Sattwerden und Gesundbleiben auch der Seele, mit Jesus und den Mitchristen einen guten Weg gehen in Gemeinschaft, das Leben verteidigen aber auch entfalten.

Fronleichnam bedeutet dann nicht nur, dass ich mit Jesus durch meine Gemeinde gehe sondern, dass er mit mir geht und sagt: Wir schaffen das und ich werde für dich Brot und Wein sein.

Ganz gleich, wie wir in diesem Jahr Fronleichnam begehen. Gott geht mit uns.

Ich wünsche Ihnen, dass Christus immer an ihrer Seite ist

Ihr Pastor Peter Frey

Aus Pfarrbriefservice.de

Nicht weglaufen!

Manchmal ist es zum Weglaufen. Dabei brauchen wir zu Zeiten von Corona nur zu Hause zu bleiben. Auch für die Jünger war es zum Weglaufen nach Karfreitag. Und das taten sie zunächst ja auch. Sie liefen nach Emmaus, nach Galiläa, zu ihren Familien und zu ihrer Arbeit. Aber irgendwie fanden sie dann doch wieder zusammen. „Und sie verharrten einmütig im Gebet“ heißt es in der Apostelgeschichte. Einmütig verharrten sie. Es gab keine großen Diskussionen. Man wusste worauf es ankam. Zusammenbleiben, beten, warten um dann die Kraft des Heiligen Geistes zu erfahren. Und der trieb sie dann das Evangelium zu verkünden. So funktioniert Kirche. Zusammenbleiben, beten, warten und wenn der Geist dann kommt in seiner Kraft, zu den Menschen gehen und ihnen von der Hoffnung erzählen, die uns erfüllt.

Ich wünsche uns allen in unseren Gemeinden diese Einmütigkeit im Gebet und den Heiligen Geist, der uns antreibt das Evangelium zu leben.

Ihr Pastor Peter Frey

Hilbringen, 22.05.2020


Maria ist nicht nur die Mutter Gottes, sondern auch unsere Mutter.

Es ist gut eine Mutter zu haben.

Wer, liebe Mitchristen, hätte das nicht auch schon gedacht? Es ist gut jemanden zu haben, der Geborgenheit schenkt, der uns so liebt wie wir sind, mit Ecken und Kanten. Sicher, wir bleiben in der Regel nicht zu Hause bei der Mutter, sondern wir gehen unsere eigenen Wege. Auch Jesus ging seinen eigenen Weg und hat es die Mutter auch spüren lassen, wenn er sagt: Frau was habe ich mit dir zu tun. Aber Jesus hat auf dem Kreuzweg auch erfahren, dass seine Mutter da war, am Weg und unter dem Kreuz. Und er hat seine Mutter auch uns zur Mutter gegeben. Wann immer das Leben uns übel mitspielt, wenn wir Trost und Geborgenheit brauchen ist die Mutter eine gute Adresse, auch die Mutter Maria. Ihr können wir alles sagen und auf ihre Fürbitte bei Gott vertrauen. Wir sind bei der Mutter aber auch willkommen, wenn wir danke sagen und unsere Freude am Leben zum Ausdruck bringen.

Es ist gut auch eine Mutter im Himmel zu haben, die so ganz der Erde und den Sorgen und Freuden der Menschen verbunden ist.

Mit seelsorglichen Grüßen im Monat Mai

Ihr Pastor Peter Frey

Hilbringen, Mai 2020

 

5. Sonntag der Osterzeit Evangelium Joh 14,1-12

Liebe Pfarrangehörige und Gäste,

solange die Eltern noch leben, sind dort alle Kinder zuhause auch wenn sie vielleicht schon lange eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus haben. Zuhause bei Muttern. Der Saarländer spricht auch davon, dass er heim geht. Das Haus der Eltern hat einen besonderen Nimbus.

„Ein Haus, das hab ich nicht“. So beginnt ein Gedicht und die Dichterin beklagt darin ihre Heimatlosigkeit.  Jesus weiß um diese Heimatlosigkeit , die viele Menschen fühlen. Letztlich sind alle Menschen heimatlos, wenn Alter und Krankheit sie spüren lassen, dass das Leben in dieser Welt endlich ist und einmal endet. Was kommt dann, wenn sie diese Welt verlassen müssen? Und ER verspricht ihnen: Ich gehe voran und bereite euch eine Wohnung und dann habt ihr bei mir und meinem Vater ein neues Zuhause.

Wer daran glaubt, für den eröffnen sich neue Perspektiven. Wenn ich weiß, dass ich noch ein Zuhause habe, dann verliert vielleicht sogar das Sterben seinen Schrecken und wird zu einem Heimgang. Ich bin froh ein Christ zu sein.

Mit ermutigenden Grüßen wünsche ich Ihnen/Euch

Gesundheit an Leib und Seele und Gottes Segen

Ihr Pastor Peter Frey

Hilbringen, 08.05.2020

 

Liebe Pfarrangehörige, liebe Gäste,

mit viel Vorsicht und Rücksicht werden wir in den nächsten Wochen wieder öffentliche Gottesdienste feiern. Viele Menschen freuen sich schon darauf, denn wir leben ja von der communio, der Gemeinschaft der Glaubenden, der Betenden und der Gemeinschaft mit Christus, auch in der hl. Kommunion. Mit viel Vorsicht und Rücksicht, das gilt aber auch ohne Corona im Umgang der Menschen miteinander. Wir Menschen sind sehr verletzlich und unsere Seele ist oft noch verletzlicher als unser Körper. Christus als unser guter Hirte geht vorsichtig und rücksichtsvoll mit uns um und ist damit auch ein Beispiel, wie wir miteinander umgehen sollen.

Mit meinem Mitbruder Josef Schwarz und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag.

Ihr Pastor Peter Frey

 

Liebe Schwestern und Brüder,

im Moment wird uns „die Pfarrei der Zukunft“ ans Herz gelegt, große Pfarrgebiete, Verwaltungseinheiten – und nicht mehr Lebensorte.

Und man fragt sich bang: Stimmt da das Bild, das Jesus vom Guten Hirten gezeichnet hat, noch mit unserer Realität in der Kirche überein?

In einer Zeit, in der die Herden immer größer werden, weil es immer weniger Hirten gibt — wie wird da der Hirte jeden Einzelnen noch kennen und beim Namen rufen können?

Und wenn die Herde ihren Hirten immer seltener trifft, weil er keine Zeit mehr für sie hat – wie sollen sie seine Stimme noch kennen?

Und wenn dort steht, dass der Hirte vorangeht, die Herde führt, hat man nicht heute eher den Eindruck, dass die Hirten, weil sie keine Zeit mehr haben, an der Tür stehenbleiben, die Herde rausschicken und ihnen vielleicht noch ein paar gute Ratschläge mitgeben: „Passt gut auf euch auf! Macht nichts verkehrt! Gebt acht, dass ihr den Stallgeruch nicht verliert…….“

Und auch eines anderen Eindrucks kann ich mich nicht erwehren: Dass die Hirtensorge immer mehr zur Sorge der Herde um die Hirten wird: Kommen die Hirten überhaupt noch mit den Herden mit? Können sie noch das Tempo halten – oder haben wir die Hirten nicht irgendwann abgehängt – und die Herde verläuft sich?

Bischof Kamphaus hat in einer Predigt zum heutigen Sonntag geschrieben:

„Die Großpfarreien führen dazu, dass die Hirten ihre „Schafe“ nicht mehr kennen, deren Namen sie nur noch in der Kartei stehen haben.“
Und er fragt weiter: „Ist das nicht die Stunde, das Hirtenamt aller getaufter und gefirmten Christinnen und Christen neu zu entdecken?!“
(Franz Kamphaus, Tastender Glaube. Inspirationen zum Matthäus-Jahr).
Welch schöner Gedanke: Das Hirtenamt aller. Nicht nur der paar „Geweihten“, sondern das Hirtenamt aller Getauften und Gefirmten.
Dann wäre der Mangel auf der Stelle vorbei.

Und ob der Herr das damals nicht tatsächlich auch so gemeint hat, als er von Hirten sprach? Denn geweihte Priester, die gab es da noch gar nicht…. 

Liebe Schwestern und Brüder,

gute Hirten und gute Hirtinnen sind wichtig – nicht nur in der Kirche, sondern auch in einer Familie, in einem Unternehmen, Betrieben und Einrichtungen.

Gute Hirten, die fallen aber nicht vom Himmel und die wachsen auch nicht an Bäumen, sondern die kommen aus den Familien, aus der Kirche, aus den Betrieben und Einrichtungen.

Es sind die Menschen von Morgen, die aber im Heute gute Beispiele haben müssen, von denen sie lernen können. Denn wo soll Morgen etwas Gutes herkommen, wenn heute nichts Gutes da ist, an dem man sich ein Beispiel nehmen kann?!

Wenn wir Morgen gute Hirten haben wollen, dann müssen wir heute in der Tat für einander gute Hirten und Hirtinnen sein –

Menschen, die bereit sind, das Verlorene wieder zu suchen und das Verirrte zurückzubringen. Die das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und die das, was stark ist, nicht kleinkriegen wollen, sondern die es behüten.

Menschen, die ihre Hirtenmacht und ihre Hirtensorge einsetzen, damit niemand unter die Räder kommt;
die niemanden abschreiben, der was falsch gemacht hat, sondern die die Schwachen stärken und aufrichten, damit sie wieder zum Leben finden.

Dann wären wir gute Hirten und Hirtinnen – Ob als Eltern, als Freunde und Freundinnen, Mitschwestern und Mitbrüder, als Nachbarn und Mitchristen in einer Gemeinde.
Menschen, die einander mit Namen kennen – und die einander helfen, in der Weite zum Leben zu finden – zum dem jeweils eigenen Leben, zu dem Leben, zu dem der Herr sie berufen hat.

Amen


 
 

 

Liebe Mitchristen,

Im seinem Brief an Timotheus schreibt Paulus: Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit geschenkt (2Tim1.7).

Dieses Versprechen Gottes ist in der gegenwärtigen Situation ein echter Mutmacher. Gott hat uns den Geist der Besonnenheit, der Kraft und der Liebe geschenkt. Und damit sind wir stark in dieser schweren Zeit.

Der 3 Sonntag der Osterzeit hält uns 2 Evangelien bereit,  siehe Tagesimpuls vom Sonntag.  https://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2020-04-26.   Da sind die Jünger, die enttäuscht und mutlos nach Emmaus gehen. Und als Jesus mit ihnen geht und ihnen das Brot bricht, da tut sich was in ihnen und sie  sagen: „Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete?“ Das war dieser Geist der Kraft von dem Paulus spricht.

Oder auch das andere Evangelium von den Jüngern, die nach Karfreitag enttäuscht zu ihrer Arbeit zurückkehren, mutlos und ratlos und ein Petrus, der jetzt noch zaghaft bekennt:  „Es ist der Herr“.  In ihm beginnt der Geist der Besonnenheit und der Liebe sein Werk.

Auch wir haben diesen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit empfangen. Möge er in uns sein Werk tun, in dieser besonderen Zeit des Corona Virus aber auch darüber hinaus.

Gott segne Euch alle

Euer/Ihr Pastor Peter Frey

 

Liebe Mitchristen

Bekenntnisse, die Geschichte schrieben.

Als Kennedy 1963 in Berlin sagte:  „Ich bin ein Berliner“, da war das ein ganz klares Bekenntnis zur Freiheit von West-Berlin. Ein Satz, den die Sowjetunion auch verstand.

Ein klares Bekenntnis zu den Menschenrechten setzte der dänische König Christian X, als er bei der Besetzung seines Landes durch die Nazis sich einen Judenstern auf die Brust heftete.

Weniger spektakulär und dennoch bis heute prägend war das Bekenntnis des Hl. Thomas, als er sagte: „Mein Herr und mein Gott“. Er hatte sich schon von Jesus distanziert, war schon weggeblieben aus dem Kreis der Apostel und nur zufällig anwesend, als Jesus ihn ansprach und sagte: „leg deine Finger in meine Wunden“.

Gibt es solche Bekenntnisse auch in meinem Leben? Vielleicht zu einem Menschen, dem wir Treue versprechen oder auch zu Gott?

Nein, der ungläubige  Thomas war es nicht, der sich zu Jesus bekannte, sondern der tiefgläubige Thomas, der dann die Botschaft Jesu, wie die Geschichte erzählt, bis nach Indien verbreitete.

Gottes Segen und bleiben Sie gesund!

Ihr Pastor Peter Frey


Liebe Mitchristen,

die österlichen Erzählungen der Bibel sind auch immer Geschichten der Begegnung. Jesus begegnet Maria Magdalena, den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus, den Jüngern, die sich eingeschlossen haben, dem Petrus und seinen Freunden am See Genezareth, als sie fischen gehen.

In diesen Tagen wird uns schmerzlich bewusst, was es bedeutet, wenn Begegnungen eingeschränkt werden, wenn wir nicht mehr zusammenkommen können, um miteinander zu lachen, vielleicht auch um zu weinen, uns auszutauschen, miteinander Gottesdienst zu feiern und zu kommunizieren. Menschen brauchen die Begegnung und zwar jenseits von Computer und WhatsApp.

Ostern, das ist die Begegnung des Auferstandenen mit den Frauen und den Jüngern. Thomas soll ihn sogar berühren. Das schafft Glaube und Hoffnung, das gibt Mut zum Leben in dieser Welt, auch in der Vorfreude, dass danach noch etwas Besseres kommt.

In Vorfreude auf hoffentlich noch viele schöne Begegnungen und im österlichen Glauben verbunden,

Ihr/Euer Pastor Peter Frey

Karfreitag

Karfreitag: Christus stirbt am Kreuz

Der Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu. Wie der Aschermittwoch am Beginn der Fastenzeit ist auch der Freitag vor Ostern ein sogenannter strenger Fast- und Abstinenztag. Er wird als Zeichen der Trauer in Stille und Besinnlichkeit begangen.

Im Gedenken an den Leidensweg Jesu gehen am Vormittag viele Gläubige den Kreuzweg: Dieser führt in traditionell 14 Stationen von der Verurteilung Jesu bis zur Kreuzigungsstätte Golgota und der Grablegung Christi.

Am Nachmittag folgt Akt 2 des Triduum Sacrum: die Karfreitagsliturgie als Feier vom Leiden und Sterben Jesu. Dieser Gottesdienst beginnt gegen 15 Uhr, die Todesstunde Jesu. Die Liturgie ist dabei in vier Teile aufgefächert: Zunächst versammeln sich die Gläubigen in der Kirche zum Wortgottesdienst, bei dem sie erneut die Passionsgeschichte hören. Im Anschluss werden die sogenannten „Großen Fürbitten“ verlesen: In zehn langen Bitten wird dabei für die ganze Kirche, die christlichen Konfessionen, nicht-christlichen Religionen, Atheisten sowie für die gesamte Welt gebetet. Charakteristisch dabei ist die Aufforderung an die Gläubigen: „Beuget die Knie … Erhebet euch!“. Es folgt die Kreuzverehrung: Ein mit einem violetten Fastentuch bedecktes Kreuz wird enthüllt und durch Kniebeugen der Gläubigen verehrt. „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen“, ruft der Priester. Die Gläubigen antworten: „Kommt, lasset uns anbeten!“ Die Karfreitagsliturgie schließt mit der darauffolgenden Kommunionfeier.

Aus Katholisch.de

Gründonnerstag – Evangelium

Gedanken

Liebe Mitchristen,

wo ist Gott, eine Frage, die vielleicht in diesen Zeiten ganz besonders häufig gestellt wird. Wo ist Gott, oder ist das Corona-Virus vielleicht sogar eine Strafe Gottes?

Gründonnerstag gibt uns eine zweifache Antwort darauf, wo Gott ist. Er ist beim Füße waschen. Da wo Menschen andere Menschen brauchen und sich auch nicht zu schade sind für die niedrigsten Arbeiten, da ist Gott. Und: er geht jedes Risiko ein, wenn ihn jemand braucht.

Und eine zweite Antwort gibt uns der Gründonnerstag. Gott ist im Brot – dem eucharistischen Brot und vielleicht auch in jedem anderen Stück Brot, das Menschen teilen und das einem Hungrigen und Armen Leben schenkt.

Gott ist unsichtbar und doch sichtbar, gerade in Krisenzeiten.

Ihr/Euer Pastor Peter Frey


Palmsonntag – Evangelium

Palmsonntag - der letzte Sonntag der Passionszeit

Der Einzug in Jerusalem
1 Als sie sich Jerusalem näherten und nach Betfage am Ölberg kamen, schickte Jesus zwei Jünger aus 2 und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie zu mir! 3 Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. 4 Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: 5 Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. 6 Die Jünger gingen und taten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte. 7 Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie und er setzte sich darauf. 8 Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. 9 Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! [1] 10 Als er in Jerusalem einzog, erbebte die ganze Stadt und man fragte: Wer ist dieser? 11 Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.Palmsonntag -Evangelium

Gedanken zum Evangelium

Liebe Mitchristen,

sein letztes Hemd hergeben, das drückt größte Wertschätzung, Loyalität, ja Liebe aus. Die Menschen breiten ihre Kleider aus für Jesus. Und das waren sicher keine überschüssigen Kleider für die Kleidersammlung. Überschuss an Kleidern gab es nicht. Jeder war froh etwas zu haben, das er anziehen konnte. An Karfreitag werden die Soldaten die Kleider Jesu unter sich aufteilen und um den Rock losen. Hier geben die Menschen ihr letztes Hemd für Jesus um ihre Wertschätzung und Liebe zum Ausdruck zu bringen. Und ich wehre mich dagegen, dass das die Leute waren, die wenige Tage später rufen werden: Kreuzige ihn. Vielleicht waren einige Enttäuschte auch darunter. Aber eher waren es die, die über ihn geweint haben, die all ihre Hoffnung schwinden sahen und dennoch weiter hofften, als die Osterbotschaft sie erreichte.  Und sicher waren es auch die, die nach Pfingsten die ersten Gemeinden bildeten und den Glauben in die Welt trugen. Ob auch heute noch viele Menschen für Ihren Glauben ihr letztes Hemd hergeben?

Möge Palmsonntag auch in uns die Begeisterung für diesen Jesus neu wecken.

Ihr/Euer  Pastor Peter Frey


Passionssonntag – einige Gedanken eines Dorfpastors zum Evangelium des Sonntags

(siehe Tagesimpuls 29. 3.2020 -Joh 11,1-45)

Zwei Fragen begegnen uns in diesem Evangelium. Zwei Fragen, die so existentiell für Menschen sind, wie es nur Fragen sein können.

Zum Einen die Frage von Martha an Jesus, als Frage von Millionen Menschen in dieser Welt an Gott und zum anderen die Frage Jesu an Martha als die Frage von Gott an uns Menschen. Lazarus, ein Freund von Jesus ist schwer krank. Ganz menschlich lassen die beiden Schwestern Jesus rufen, wie Menschen in schwerer Not den Freund rufen, den Arzt in der Krankheit, den Priester im Sterben, aber: Jesus kommt nicht. Er lässt sich noch 2 weitere Tage Zeit. Selbst als die Jünger ihn drängeln zögert er.Wo warst du lieber Gott, als wir dich brauchten – warum dauert das so lange bis du kommst- bist du nicht mehr mein Freund, mein Heiland – willst du mir nicht helfen – kannst du mir überhaupt helfen- gibt es Gott überhaupt – hänge ich einem Phantom an?  Herr, wenn du hier gewesen wärest…. Es sind die Fragen, die Menschen immer wieder an Gott haben – in Krankheit, in Not, wenn etwas Schlimmes geschieht. Wo ist Gott? Interessiert sich Gott überhaupt für mich? Gibt es Gott überhaupt?Gott war wie immer nicht da. Ein Satz den ich in meinen 40 Priesterjahren so oft gehört habe. Wo Menschen leben und leiden, da steht diese Frage im Raum. Und wie oft habe ich als Priester nur schweigen können. Und dann ist da aber auch noch die Frage von Jesus an Martha, die Frage Gottes an uns Menschen: Und du Mensch, glaubst du, dass ich der Herr über Leben und Tod bin? Du Martha, glaubst du, dass ich die Macht habe deinen Bruder auferwecken zu können? Es ist die Frage Gottes an die Menschen, die er seit Anbeginn immer wieder stellt-auch dir und mir: Glaubst du an mich? Martha hat keinen Zweifel. Sie sagt: Ja Herr, ich glaube, dass du der Messias bist.

Ich wünsche Ihnen/Euch Mut und Gottvertrauen in dieser für viel Menschen so schweren Zeit.

Ihr/Euer Pastor

Peter Frey


Verkündigung des Herrn                                                         Hochaltar Pfarrkirche Hilbringen

Auf einmal ist alles ganz anders. Das Corona-Virus verändert die Welt. Gerade noch ging es darum, dass die Menschen sich näherkommen, dass eine Umarmung gut tut – und jetzt? Auf einmal ist alles anders.

Du wirst ein Kind empfangen sagt der Engel und Maria stimmt ihm zu mit den Worten: Mir geschehe nach deinem Wort – und auf einmal ist alles ganz anders. Maria ist nicht mehr das kleine unschuldige Mädchen. Sie ist diejenige, die mit hilft Gottes Heilspläne zu verwirklichen. Sie wird die Mutter Gottes. Die Welt ist nach diesem: Mir geschehe nach deinem Wort, eine vollkommen andere Welt geworden. Dass Gott in die Welt kommt verändert das Leben von Abermillionen Menschen. Und wir glauben, dass es ihnen den Himmel öffnet.

Ob die Welt nach Corona für immer eine andere sein wird, wissen wir nicht, aber nach dem JA Marias war sie für immer eine andere.

Sagen wir JA zu Gott in unserer Welt.

Ich wünsche Ihnen Allen Gesundheit und Heil

Ihr/Euer Pastor Peter Frey